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Gibt es angesichts der massiven Vorwürfe und Image-Probleme selbstkritische - oder doch zumindest nachdenkliche - Stimmen innerhalb des deutschen Waldorf-Lagers, vielleicht ähnlich wie in
Österreich und den Niederlanden?
Hie und da scheint inzwischen intern und in kleinen praktischen Schritten einiges in Bewegung zu kommen. So erproben einige Schulen eine Klassenlehrer-Zeit von ´nur´ sechs Jahren.
Fernsehen und Fußball werden nicht mehr pauschal verdammt, und die Klischee-Waldorflehrerin in Wollgewand und Gesundheitssandalen ist in natura kaum noch zu beobachten. Die Waldorfschule im Berliner
Märkischen Viertel will jetzt einen PC anschaffen, nachdem Schüler des Computertechnologie-Kurses selbst ein computergesteuertes Fahrzeug gebaut haben. Die Berliner Schule will auch die
waldorf-spezifische Scheu vor offenen Konflikten überwinden – die Lehrer denken darüber nach, in der Schulleitungskonferenz Abstimmungen einzuführen. (nach: www.wunschmail.de/174158/182071.html (Link nicht mehr aktiv)) Hinsichtlich der Sexualkunde gibt es neue Töne, nachzulesen beispielsweise in der ´Erziehungskunst´ (Monatsschrift zur Pädagogik Rudolf
Steiners) - Ausgabe Juli / August 2003.
http://www.siriusonline.de/verlag/zeitschriften.nsf/WebArtikel/25AC79BF466F037BC1256D56004C4166?OpenDocument
Andererseits berichten andere Stimmen von gegenläufigen Entwicklungen. “Fundamentalistische Strömungen
nehmen an den Steinerschulen in erschreckendem Mass zu.” erklärte der erste PR-Manager der Steinerschulen Schweiz (!) , Robert Thomas und sah nach großen Problemen um viele der klassischen
Konfliktpunkte in dieser Schulform keinen anderen Ausweg als sein Kind von der Waldorfschule abzumelden. Quelle: Weltwoche 6/98, 5.2.1998 Fundort: http://www.akdh.ch/ps/ps_92Steiner-Weltwoche.html
Offensichtlich haben sich die kritischen Stimmen von INNERHALB der Waldorf-Gemeinde bisher nicht artikuliert und
können sich gegenüber dem fundamentalistischen Kern der Bewegung kein Gehör verschaffen. In den ´offiziellen´
Veröffentlichungen jedenfalls trifft man nach wie vor auf mehr oder weniger immer die gleichen durchsichtigen Ausflüchte, Rechtfertigungsversuche, Diffamierung von Gegnern , Winkelzüge und Advokatendenken - eine
ausgeprägte Wagenburgmentalität mit nicht selten aggressiven Zügen. Wer offen kritisiert, ist ganz offensichtlich immer bereits ´draußen´.
Periodika
Auf den folgenden WebSites der Waldorf-Bewegung könnte man vielleicht am ehesten eine Antwort auf die Frage
finden, ob so etwas wie ´Neues Denken´ in der Waldorf-Bewegung Platz zu greifen beginnt:
http://www.flensburgerhefte.de/index.htm http://www.info3.de/ ´Erziehungskunst´
STEINER-Biographien
Interessant auch die Beobachtung, ob in den bisher ausgesprochen unkritischen ´offiziellen´ Biographien von Rudolf
STEINER irgendwann andere Töne anklingen - zum Beispiel auf der WebSite des ´Institut für Waldorf-Pädagogik´ in Witten/Annen, einer der großen Ausbildungsstätten für Waldorf-Lehrerbildung in Deutschland.
http://www.wittenannen.de
. . . oder an anderer Stelle:
http://www.waldorf.at/steiner.html http://www.waldorfschule.info/frameset3.htm
´Offizielle´ Außendarstellung
. . . oder vielleicht auf einer der anderen ´offiziellen´ Seiten der Bewegung, die leicht über die folgenden Seiten aufzufinden sind:
http://www.diewaldorfs.waldorf.net/index.html http://www.waldorf.net/ mit einer umfassenden ´internen ´ Linksammlung
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Textauszug:
Stefan LEBER, Dozent für Waldorfpädagogik, in dem Interview "'Aufklärer', 'Enthüller' und der Umgang
mit der Anthroposophie" über Guido und Michael GRANDT, die Autoren des "Schwarzbuch Anthroposophie ".
“Sie fragen nach einer Charakteristik dieses Journalismus. Da fällt mir nur ein Bild ein: Wenn ich in der
Nähe meines Hauses spazierengehe, gibt es dort auch andere Spaziergänger. Sie führen ihre Hunde aus. Während mein Blick auf Bäume, Vorgärten, die Blumen, die mir begegnenden Menschen fällt, bewegen
sich unten die Hunde, schnüffelnd von Duftmarke zu Duftmarke und jeweils ihre eigene hinterlassend. Sie
folgen einer Spur, sie riechen Urin und Kot; Rosenduft oder Veilchen interessieren sie nicht. Es besteht ein
inniger Zusammenhang zwischen dem Erschnüffeln und der eigenen Ausscheidung. So wird hier STEINER verarbeitet. Die Grandts beispielsweise haben Steiner nach meiner Einschätzung nicht gelesen. Denn alle
Literaturstellen, die ich bei ihnen fand, sind in den von ihnen zitierten – bzw. auch nicht zitierten –
Gegnerschriften zu finden oder sind ihnen von fleißigen Sammlern zugespielt worden, wofür sie sich im
"Schwarzbuch" ja mehrfach bedanken. Sie kamen also niemals dazu, einen von Steiner entwickelten Gedanken im Zusammenhang und seiner Bezogenheit aufzunehmen, falls sie dies überhaupt könnten. Es
spricht alles dafür, daß andere Geister bereits Vorarbeit geleistet haben, Texte nach ihrem Vermögen
aufbereitet und beleuchtet, d.h. geistig vorverdaut haben. Diesen Brei übernehmen sie offensichtlich an
vielen Stellen und geben nun ihr Sekret hinzu. So findet sich die erstaunliche Tatsache, daß sie es verstehen,
einen einzigen Absatz z.B. aus Steiners Buch "Aus der Akasha-Chronik" an vielen Stellen – ich erinnere
über ein Dutzend – zu zitieren, d.h. zu verhackstücken und immer in einem neuen Zusammenhang so ihre
immense Belesenheit zu dokumentieren. Vermutlich haben sie auch dieses Kapitel, das zum zitierten Absatz
gehört, niemals im Ganzen zur Kenntnis genommen, geschweige denn das ganze Buch. Ihre "Leistung"
besteht darin, viel Fremdleistung als Eigenleistung auszugeben, was ihnen ja auch von einschlägigen Autoren
bei ihrem Satanismus-Buch vorgeworfen wurde. Solche Methodik charakterisiere ich als Schnüffel- und Exkrement-Journalismus. Ein Pendant zur Nekrophilie, die Erich Fromm als Degenerationsform der Seele
charakterisiert.”
Quelle: http://www.flensburgerhefte.de/Leseproben/LESE63.htm
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